info@steinundpartner.de
+49 241 510550
18.05.2020

Drum prüfe, wer ein Testament verfasst!

Von der Vorsorgevollmacht bis zum „letzten Willen“: Planung ist das A und O

„Mir könnte so etwas nicht passieren“. Erbschaftsstreitigkeiten schließen die meisten Menschen kategorisch aus. Ist es jedoch soweit, sieht die Welt oft anders aus. Ein Testament sorgt hingegen für klare Verhältnisse. Und auch eine gründliche Vorsorgeplanung kann Unklarheiten aus der Welt schaffen.

Reden ist Silber und Schweigen ist Gold – mag dieses Sprichwort in vielen Fällen richtig sein, so gilt dies nicht für die Vorsorge- und Nachfolgeplanung. Hierbei sollten schon frühzeitig alle wichtigen Aspekte besprochen und schriftlich fixiert werden.

Vorsorgeplanung

Die Vorsorgeplanung ist in Zeiten, in denen wir immer älter werden und Krankheiten wie Demenz zunehmen, unerlässlich. Aber auch junge Menschen können in eine Situation geraten, in der sie nicht mehr selbst über ihr Leben bestimmen können, z. B. durch Krankheit oder einen Unfall. Diese Dokumente geben Sicherheit:

  1. Vorsorgevollmacht

Über die Vorsorgevollmacht legen Sie fest, welche Person für Sie Entscheidungen trifft, wenn Sie dazu nicht mehr selbstständig in der Lage sind. So bleiben Sie weiterhin eigenbestimmt. Üblich ist zum Beispiel, dass Bevollmächtigte sich um Verträge und Bankgeschäfte kümmern. Aber auch andere Bereiche sind denkbar. Dies kann individuell festgelegt werden.

Wichtig zu wissen: Eltern sollten sich auch um eine Vorsorgevollmacht für ihre volljährigen Kinder kümmern. Liegt diese nicht vor, entscheidet das Gericht darüber, wer deren Betreuer wird.

  1. Betreuungsvollmacht

In einer Betreuungsvollmacht legen Sie einen Betreuer fest, falls Sie in Zukunft auf einen angewiesen sein sollten. Die Hauptaufgaben des Betreuers umfassen unter anderem: Verwaltung des Vermögens, Regelung der Wohnsituation, Gesundheitsfürsorge, Aufenthaltsbestimmung sowie Regelung des Schriftverkehrs.

Wichtig zu wissen: Im Gegensatz zur Vorsorgevollmacht tritt eine Betreuungsvollmacht nicht automatisch in Kraft. Ein Betreuungsgericht entscheidet darüber, wer die Betreuung übernimmt.

  1. Patientenverfügung

In einer Patientenverfügung wird festgelegt, welche medizinischen Behandlungsmaßnahmen im Falle eines schweren Unfalls oder einer schweren Erkrankung getroffen werden sollen. Dies trifft dann zu, wenn die betroffene Person nicht mehr ansprechbar ist oder nicht mehr in der Lage ist, eigenständige Entscheidungen zu treffen. Die Angaben sind für alle angegebenen Beteiligten verpflichtend.

Wichtig zu wissen: Eine Patientenverfügung ist auch als Unterstützung für die Angehörigen gedacht, um sie von der Last zu befreien, selbst Entscheidungen treffen zu müssen. Daher sollte eine Patientenverfügung immer vorab gemeinsam besprochen werden.

Nachfolgeplanung

 Mehr als die Hälfte aller Verstorbenen in Deutschland hinterlässt kein Testament. In solchen Fällen tritt automatisch die gesetzliche Erbfolge in Kraft. Das kann zu Problemen führen, insbesondere bei Erbengemeinschaften. Eine letztwillige Verfügung in Form eines handschriftlich verfassten oder notariell beurkundeten Testaments lässt in der Regel solche Probleme gar nicht erst entstehen.

Für welche Form man sich entscheidet, bleibt jedem selbst überlassen. Ein eigenständig verfasstes Dokument sollte jedoch nicht ohne Beratung durch einen Fachanwalt erstellt werden. Der Vorteil eines eigenständig verfassten Testaments: Es kann jederzeit ohne Kosten geändert werden. Einzig und allein der Erbschein muss einmalig beantragt werden. Bei einem notariellen Testament fallen bei jeder Änderung erneut Beurkundungskosten an.

Wichtig zu wissen: Testamente sollten im Sinne der Streitvermeidung „sauber“ verfasst sein. Ein Fachanwalt kann zudem auf steuerliche Optimierungen hinweisen. Außerdem ist das einmal verfasste Testament nicht in Stein gemeißelt. Im Gegenteil! „Alle drei bis vier Jahre sollte man sich das Testament noch einmal zur Hand nehmen und schauen, ob alle Angaben noch passen. Da sich das Leben permanent ändert, sollte auch das Testament daran angepasst werden“, so Dr. Irene Gombert, Fachanwältin für Steuer- und Erbrecht bei Stein & Partner.

18.05.2020

Drum prüfe, wer ein Testament verfasst!

Von der Vorsorgevollmacht bis zum „letzten Willen“: Planung ist das A und O

„Mir könnte so etwas nicht passieren“. Erbschaftsstreitigkeiten schließen die meisten Menschen kategorisch aus. Ist es jedoch soweit, sieht die Welt oft anders aus. Ein Testament sorgt hingegen für klare Verhältnisse. Und auch eine gründliche Vorsorgeplanung kann Unklarheiten aus der Welt schaffen.

Reden ist Silber und Schweigen ist Gold – mag dieses Sprichwort in vielen Fällen richtig sein, so gilt dies nicht für die Vorsorge- und Nachfolgeplanung. Hierbei sollten schon frühzeitig alle wichtigen Aspekte besprochen und schriftlich fixiert werden.

Vorsorgeplanung

Die Vorsorgeplanung ist in Zeiten, in denen wir immer älter werden und Krankheiten wie Demenz zunehmen, unerlässlich. Aber auch junge Menschen können in eine Situation geraten, in der sie nicht mehr selbst über ihr Leben bestimmen können, z. B. durch Krankheit oder einen Unfall. Diese Dokumente geben Sicherheit:

  1. Vorsorgevollmacht

Über die Vorsorgevollmacht legen Sie fest, welche Person für Sie Entscheidungen trifft, wenn Sie dazu nicht mehr selbstständig in der Lage sind. So bleiben Sie weiterhin eigenbestimmt. Üblich ist zum Beispiel, dass Bevollmächtigte sich um Verträge und Bankgeschäfte kümmern. Aber auch andere Bereiche sind denkbar. Dies kann individuell festgelegt werden.

Wichtig zu wissen: Eltern sollten sich auch um eine Vorsorgevollmacht für ihre volljährigen Kinder kümmern. Liegt diese nicht vor, entscheidet das Gericht darüber, wer deren Betreuer wird.

  1. Betreuungsvollmacht

In einer Betreuungsvollmacht legen Sie einen Betreuer fest, falls Sie in Zukunft auf einen angewiesen sein sollten. Die Hauptaufgaben des Betreuers umfassen unter anderem: Verwaltung des Vermögens, Regelung der Wohnsituation, Gesundheitsfürsorge, Aufenthaltsbestimmung sowie Regelung des Schriftverkehrs.

Wichtig zu wissen: Im Gegensatz zur Vorsorgevollmacht tritt eine Betreuungsvollmacht nicht automatisch in Kraft. Ein Betreuungsgericht entscheidet darüber, wer die Betreuung übernimmt.

  1. Patientenverfügung

In einer Patientenverfügung wird festgelegt, welche medizinischen Behandlungsmaßnahmen im Falle eines schweren Unfalls oder einer schweren Erkrankung getroffen werden sollen. Dies trifft dann zu, wenn die betroffene Person nicht mehr ansprechbar ist oder nicht mehr in der Lage ist, eigenständige Entscheidungen zu treffen. Die Angaben sind für alle angegebenen Beteiligten verpflichtend.

Wichtig zu wissen: Eine Patientenverfügung ist auch als Unterstützung für die Angehörigen gedacht, um sie von der Last zu befreien, selbst Entscheidungen treffen zu müssen. Daher sollte eine Patientenverfügung immer vorab gemeinsam besprochen werden.

Nachfolgeplanung

 Mehr als die Hälfte aller Verstorbenen in Deutschland hinterlässt kein Testament. In solchen Fällen tritt automatisch die gesetzliche Erbfolge in Kraft. Das kann zu Problemen führen, insbesondere bei Erbengemeinschaften. Eine letztwillige Verfügung in Form eines handschriftlich verfassten oder notariell beurkundeten Testaments lässt in der Regel solche Probleme gar nicht erst entstehen.

Für welche Form man sich entscheidet, bleibt jedem selbst überlassen. Ein eigenständig verfasstes Dokument sollte jedoch nicht ohne Beratung durch einen Fachanwalt erstellt werden. Der Vorteil eines eigenständig verfassten Testaments: Es kann jederzeit ohne Kosten geändert werden. Einzig und allein der Erbschein muss einmalig beantragt werden. Bei einem notariellen Testament fallen bei jeder Änderung erneut Beurkundungskosten an.

Wichtig zu wissen: Testamente sollten im Sinne der Streitvermeidung „sauber“ verfasst sein. Ein Fachanwalt kann zudem auf steuerliche Optimierungen hinweisen. Außerdem ist das einmal verfasste Testament nicht in Stein gemeißelt. Im Gegenteil! „Alle drei bis vier Jahre sollte man sich das Testament noch einmal zur Hand nehmen und schauen, ob alle Angaben noch passen. Da sich das Leben permanent ändert, sollte auch das Testament daran angepasst werden“, so Dr. Irene Gombert, Fachanwältin für Steuer- und Erbrecht bei Stein & Partner.